Das Intranet der Credit Suisse – Eines der zehn besten weltweit

Das neue Intra­net der Credit Suis­se erhielt einen der begehr­ten Intra­net Design Awards der Niel­sen Nor­man Group und gilt somit als eines der zehn bes­ten Intra­nets welt­weit. Die Stimmt gra­tu­liert herz­lich zu die­sem gross­ar­ti­gen Erfolg!

Anbei eine Zusam­men­fas­sung des Reports der Niel­sen Nor­man Group.

Wissen ist bei den Menschen selbst zu finden

Des­halb stellt das heu­ti­ge Intra­net der Credit Suis­se weni­ger die Daten in den Vor­der­grund als die Men­schen, die damit arbei­ten und för­dert die Kol­la­bo­ra­ti­on inner­halb und aus­ser­halb der ver­schie­de­nen Divi­sio­nen. In einem neu­en Mit­ar­bei­ter­ver­zeich­nis kön­nen alle Mit­ar­bei­ten­den ihre Inter­es­sen und ihr spe­zi­el­les Fach­wis­sen ange­ben, auf foren­ähn­li­chen Sei­ten wer­den die neu­es­ten Fachthe­men dis­ku­tiert – und Repu­ta­ti­ons­punk­te gesammelt.

Auch pas­sen sich im neu­en Intra­net der Credit Suis­se die Daten­strö­me den Mit­ar­bei­ten­den an und nicht umge­kehrt. Kon­kret bedeu­tet dies, dass alle Mit­ar­bei­ter ihre eige­ne Start­sei­te kre­ieren kön­nen, die nur arbeits­re­le­van­te Infor­ma­tio­nen anzeigt. Umset­zun­gen die­ses Kon­zepts in ver­gleich­ba­ren Intra­nets sind in die­sem Bei­trag zu finden.

Um Nach­rich­ten auf effi­zi­en­te Wei­se im Unter­neh­men zu ver­tei­len und die rich­ti­gen Adres­sa­ten zu errei­chen, wer­den aus­ge­klü­gel­te Mecha­nis­men zur Grup­pen­bil­dung ver­wen­det. Auch Ver­ant­wort­lich­kei­ten für die ver­schie­de­nen Inhalts­be­rei­che sind nun klar gere­gelt, damit tote Links und ver­al­te­te Infor­ma­tio­nen der Ver­gan­gen­heit angehören.

Eine benut­zer­zen­trier­te Her­an­ge­hens­wei­se hat dem Team gehol­fen, sich bei der Erstel­lung der Intra­net­stra­te­gie auf die wich­ti­gen Din­ge zu fokus­sie­ren, Sta­ke­hol­der ins Boot zu holen und aus der fast unüber­schau­bar gros­sen Anzahl an Mög­lich­kei­ten die bes­ten für User und Busi­ness zu wählen.

Identifizierte Probleme

Zum Start des Pro­jekts hat­ten Mit­glie­der des Kern­teams ver­schie­de­ne Pro­ble­me iden­ti­fi­ziert, die eine effi­zi­en­te und befrie­di­gen­de Ver­wen­dung des dama­li­gen Intra­nets erschwerten:

  • Infor­ma­ti­on Over­load: Ange­stell­te wur­den mit einer immer grös­ser wer­den­den Anzahl Appli­ka­tio­nen, Infor­ma­tio­nen und zustän­di­gen Per­so­nen kon­fron­tiert, über die sie Bescheid wis­sen muss­ten. Es war schwie­rig, unter den vie­len Infor­ma­tio­nen arbeits­re­le­van­te Infor­ma­tio­nen und Appli­ka­tio­nen zu errei­chen. Hin­ge­gen fand das wich­ti­ge New­s­por­tal kei­ne Beachtung.
  • Platt­form Wild­wuchs: Platt­for­men, die ohne stra­te­gi­schen Hin­ter­grund gewach­sen sind, tra­ten in der gesam­ten Orga­ni­sa­ti­on zum Vor­schein und wie­sen Über­schnei­dun­gen in ihren Funk­tio­na­li­tä­ten auf.
  • Inkon­sis­ten­te Expe­ri­ence: Die ver­schie­de­nen Appli­ka­tio­nen und Platt­for­men waren unter­schied­lich zu bedie­nen und somit schwer zu erlernen.
  • Infor­ma­ti­ons­si­los: Orga­ni­sa­ti­ons­zen­triert­heit führ­te zu Infor­ma­ti­ons­si­los und erschwer­te orga­ni­sa­ti­ons­wei­te Kollaborationen.
  • Ver­ant­wort­lich­kei­ten für Inhal­te: Nicht immer war klar, wer für Inhal­te und deren Pfle­ge ver­ant­wort­lich ist. Ver­schie­dent­lich wur­den tote Links oder ver­al­te­te Inhal­te ange­trof­fen. Eben­falls war es für den Sen­der einer Nach­richt nur sehr schwer mög­lich her­aus­zu­fin­den, wie vie­le Per­so­nen sei­ne Nach­richt wahr­ge­nom­men haben.
  • Feh­len­de Mess­me­tho­den: Es exis­tier­te kein Mess­sys­tem, das sich nach Busi­ness­be­dürf­nis­sen ausrichtete.

Vorgehen – Wo und wie sollen wir ansetzen?

Um sicher­zu­stel­len, dass eine Lösungs­stra­te­gie erar­bei­tet wird, deren Resul­ta­te spä­ter akzep­tiert wer­den und den Anfor­de­run­gen des Busi­ness ent­spre­chen, führ­te das Team eine Rei­he von Work­shops mit mehr als 50 wich­ti­gen Sta­ke­hol­dern durch. Durch benut­zer­zen­trier­te Metho­den, wie z.B. Nut­zer­be­ob­ach­tun­gen, Per­so­nas und Card Sor­ting wur­de sicher­ge­stellt, dass die Bedürf­nis­se der Benut­zer eben­falls in die Ent­wick­lung ein­flos­sen. Schluss­end­lich konn­te so eine Stra­te­gie erar­bei­tet wer­den, in der die ver­schie­de­nen Anfor­de­run­gen von Usern und Busi­ness aus­ge­wo­gen sind.

Um Inspi­ra­tio­nen zu erhal­ten, aber auch um etwai­ge Pro­ble­me im Vor­aus erken­nen zu kön­nen, nahm das Team mit ande­ren Intra­net-Teams Kon­takt auf und fand durch Trend-Ana­ly­sen her­aus, wohin sich Intra­nets im Jah­re 2007 ent­wi­ckel­ten und wel­che Pro­ble­me sich dabei ergaben.

Pro­to­ty­pen­tests mit Benut­zern hal­fen bei der Erstel­lung, Feh­ler im Design früh­zei­tig zu erken­nen und zu besei­ti­gen. Die Pro­to­ty­pen wur­den dabei ite­ra­tiv verbessert.

Resultate – Die aktuelle Version des Credit Suisse Intranets

  • Anpass­bar­keit der Inhal­te: Mit­ar­bei­ten­de kön­nen arbeits­re­le­van­te Inhal­te abon­nie­ren, in dem sie ihre Start­sei­te per Drag and Drop kom­plett selbst gestal­ten kön­nen (Cor­po­ra­te News und Nach­rich­ten des CEOs sind davon ausgenommen).
  • Schnel­ler Ein­stieg durch sinn­vol­le Grup­pen-Defaults: Auf­grund von Abtei­lung und Loka­li­tät wer­den die Mit­ar­bei­ter auto­ma­tisch in Grup­pen auf­ge­teilt, für die Start­sei­ten vor­kon­fi­gu­riert sind.
  • Genaue Ziel­grup­pen­an­spra­che: Durch die gege­be­nen Grup­pen ist sicher­ge­stellt, dass die Nach­rich­ten die rich­ti­gen Adres­sa­ten errei­chen und von die­sen gele­sen wer­den. Sen­der und Emp­fän­ger sind immer klar ersichtlich.
  • Divi­si­ons­über­grei­fen­de Kol­la­bo­ra­ti­on: Die Sei­te «MyPa­ge» ermög­licht die Anga­be von Rang, Regi­on aber auch Eigen­in­ter­es­sen und eige­nen spe­zi­el­len Wis­sens­ge­bie­ten, um so die Kol­la­bo­ra­ti­on zu för­dern. Wei­te­re aus dem Web 2.0 bekann­ten Mecha­nis­men wur­den ein­ge­baut, um Kol­la­bo­ra­tio­nen zu erleich­tern und um Wis­sen in einem kon­trol­lier­tem Rah­men wei­ter­ge­ben zu kön­nen: Foren-ähn­li­che Wis­sens­platt­for­men, Repu­ta­ti­ons­sys­te­me und Chat unter­stütz­te one-to-on Messaging Systeme.
  • Aktu­el­le Inhal­te durch gere­gel­te Ver­ant­wort­lich­kei­ten: Con­tent-Owner sind ver­ant­wort­lich für die Inhal­te ihrer Inhalts­box oder ihrer Unter­sei­te. Com­mu­ni­ty Mana­ger kön­nen Start­sei­ten für neue Mit­ar­bei­ter vor­de­fi­nie­ren, um ihnen einen schnel­len Ein­stieg in die wich­ti­gen The­men zu ermöglichen.
  • Arbeits­re­le­van­te Inhal­te durch geschlos­se­ne Feed­back­krei­se: Durch Sta­tis­ti­ken erhal­ten Com­mu­ni­ty Mana­ger die Mög­lich­keit mehr dar­über zu ler­nen, wel­che Inhal­te für die Mit­ar­bei­ter wich­tig sind. So kön­nen sie wei­te­re Inhal­te in die­se Rich­tung abon­nie­ren oder bereit stellen.

Disclaimer

Stimmt beglei­te­te das Pro­jekt als Intra­net Stra­te­gy Con­sul­tant wäh­rend der stra­te­gi­schen Ana­ly­se- und Ent­de­ckungs­pha­se. Eben­falls wur­den Benut­zer­be­ob­ach­tun­gen und ein „Con­cept Car“ Work­shop von Stimmt durch­ge­führt. Wei­ter war Stimmt für Ent­wür­fe der Infor­ma­ti­ons­ar­chi­tek­tur und die Erstel­lung ver­schie­de­ner Wire­frame-Pro­to­ty­pen verantwortlich.

Genaue­re Beschrei­bun­gen und Screen­shots des aktu­el­len Credit Suis­se Intra­nets sind im Report der Niel­sen Nor­man Group zu finden.