Stimmt Webinar

Wachstum in gesättigten Märkten

Warum Kundennutzen der stärkste Hebel für Cross- und Upselling ist

Bei Banken und Versicherungen steht ein Thema dauerhaft auf der Agenda: Profitables Wachstum. Doch in gesättigten, stark regulierten Märkten greifen klassische Hebel oft ins Leere. Wir blicken hinter die Kulissen und zeigen, warum der oft als «weich» angesehene Kundennutzen in Wahrheit die härteste Währung für Cross- und Upselling ist – und wie die AXA ARAG damit ihr Geschäftsmodell neu justiert.

Inhalt

Wachstum über Kundennutzen

Am Webinar im November 2025 bringt Glenn Oberholzer, Partner bei Stimmt, die Herausforderung auf den Punkt: «Wir wollen alle wachsen. Nur ist das in gesättigten Märkten mit stark regulierten Produkten schwierig.» Wer in der Versicherungs- oder Bankenbranche arbeitet, kennt das Dilemma: Produkte sind austauschbar, Märkte verteilt. Wer Marktanteile gewinnen will, greift oft zum Preis – und zerstört damit langfristig Margen.

Doch es gibt einen anderen Weg: Wachstum über Kundennutzen. Erhöhter Nutzen bindet Kunden länger, erhöht Zahlungsbereitschaft, Weiterempfehlung und Upselling-Potenzial.

 

 

Der Weg aus der «Zufriedenheitsfalle»

Doch wie funktioniert das? Sandro Ruberti von Stimmt warnt vor der sogenannten «Zufriedenheitsfalle». Viele Unternehmen investieren mit der Giesskanne in Serviceverbesserungen oder einzelne Features um höhere Zahlungsbereitschaft zu erreichen – ohne zu wissen, für wen und was wirklich den Kundennutzen erhöht. 

Der erste Schritt zu profitablem Wachstum heisst daher: Segmentierung nach Potenzial. «Wer ist für uns als Firma wertvoll? Bei welchen Kundenwerttreibern können wir bei welchen Segmenten besser werden?», lauten die zentralen Fragen. Nur wer versteht, wo bei welchem Kundensegment noch Luft nach oben für Cross-Selling oder Preisbereitschaft besteht, setzt Ressourcen effizient ein.

Im zweiten Schritt heisst es: Die Value Proposition gestalten. Also Angebotskomponenten und Prozesse so konfigurieren, dass sie maximalen Nutzen für die definierte Zielgruppe schaffen. Wichtig dabei ist es, zu unterscheiden: Was sind reine «Basismerkmale», die jeder Konkurrent bietet und die lediglich das Recht zur Marktteilnahme sichern? Und wo liegen echte Alleinstellungsmerkmale für die definierte Zielgruppe, die eine Kundennutzen so stark erhöhen, dass der Wechsel zur Konkurrenz keine Option mehr ist?

Der dritte und oft entscheidende Schritt befähigt die Organisation. Ein Konzept auf Papier ist erst der Anfang. Die Frage lautet: Wie befähigen wir Mitarbeitende – vom Vertrieb bis zur Fachabteilung –, die Value Proposition Realität werden zu lassen? Unser Tipp: Nehmen Sie Ängste vor Veränderungen ernst. Und dann: Rüsten Sie den Vertrieb so aus, dass er die neue Story nicht nur versteht, sondern am Markt wirkungsvoll erzählt.

 

Praxis-Case AXA ARAG: Die Rechtsabteilung für KMUs

Wie transformiert man Theorie in Praxis? Tobias Walter, verantwortlich für Angebot und Vermarktung bei der AXA ARAG, liefert ein eindrückliches Beispiel aus der Betriebsrechtsschutzversicherung.

Die Ausgangslage: Rechtsschutzversicherungen sind einer der wenigen Wachstumsmärkte der Versicherungsbranche – mit Potenzial, aber bisher wenig Differenzierung. Und sie verkaufen sich schwer. «Wir waren preislich nicht immer dort, wo wir sein wollten und wir haben unser Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft», gibt Walter offen zu.

«Das traditionelle Versprechen einer Rechtsschutzversicherung ist rein finanzieller Natur: Wir zahlen die Anwaltskosten, wenn es kracht. Fokusgruppen und Tiefeninterviews zeigten jedoch ein ganz anderes Bild. Das wirkliche Bedürfnis der KMU-Kunden war nicht primär die Kostenübernahme im Streitfall, sondern Orientierung im «Rechtsdschungel», sobald rechtliche Themen auf den Tisch kommen.»

Das war der Heureka-Moment in der Zusammenarbeit von Stimmt mit AXA Arag für die neue Value Proposition: Weg von der reinen finanziellen Absicherung, hin zur «Rechtsabteilung für ihren Betrieb». Dieser Shift klingt auf dem Papier einfach, hat aber massive Konsequenzen für Zahlungsbereitschaft und Kaufabsicht. «Als wir die neue Value Proposition ‘deine Rechtsabteilung’ Kunden vorgestellt haben, ist etwas Interessantes passiert: Sie rechnen die potentiellen Kosten einer Rechtsauskunft gegen die Prämien – und plötzlich war eine Rechtsschutzversicherung ein Schnäppchen», meint Oberholzer.

 

Wenn der Kundennutzen die Kosten senkt

Auch für AXA Arag lohnt sich diese neue Ausrichtung. Sie steigert nicht nur den Umsatz, sondern wirkt direkt auf die Schadenquote und somit die Kosten – ohne grosse Umstellungen in der Leistungserbringung.

«Kundinnen und Kunden meldeten sich schon immer relativ früh bei uns – eben genau damit es nicht eskaliert – das heisst, wir haben schon kompetente Juristinnen und Juristen im Haus, die unterstützen können», erklärt Tobias Walter. So deeskaliert die Versicherung Konflikte, bevor sie teuer vor Gericht landen. Walter formuliert es so: «Wenn wir früh im Prozess mit den Kunden in Kontakt treten […], haben wir einfach viel einfachere Streitigkeiten, dementsprechend auch tiefere Kosten.»

Kundennutzen und betriebswirtschaftliche Effizienz sind hier keine Gegensätze, sondern zwei relevante Treiber für Wachstum.

 

Der interne Schulterschluss

Die Value Proposition ist auf breite Zustimmung gestossen intern. Bis es dann konkret und die Konsequenzen einer solchen neuen Ausrichtung für die Organisation klar wurden. Tobias Walter berichtet von berechtigten Einwänden und Ängsten in der Belegschaft: «Was heisst das jetzt, wenn wir die Rechtsabteilung sind? Werden wir dann nicht überrannt mit Anfragen?»

Der Schlüssel zum Erfolg lag nicht in Top-Down-Anweisungen, sondern im Involvieren aller Beteiligten. Die Leistungsabteilung wurden zu Mitgestaltern. So stellte Tobias und sein Team sicher, dass Sie das Leistungsversprechen auch einlösen. Eine zentrale Erkenntnis dabei: Es war im Projekt wichtig, am Kern festzuhalten, aber gleichzeitig die Umsetzbarkeit sicherzustellen. Flexibilität, viel Kommunikation und das Verständnis für die verschiedenen Perspektiven waren der Schlüssel, um das Konzept anzupassen, ohne es zu verwässern.

Und eine weitere Gruppe muss zwingend mit im Boot sein: der Vertrieb. Er ist der erste «Kunde» des neuen Produkts. Nur wenn die Menschen im Vertrieb die Story verstehen und sie für sie einfach «erzählbar» ist, kommt sie beim Endkunden an. Hier hat Stimmt ebenfalls unterstützt: Mit unserer Sicht von aussen und dem tiefgreifenden Verständnis für Value Proposition und Kundenbedürfnisse gestalteten wir in enger Abstimmung mit den AXA Arag Experten Schulungsunterlagen. Diese erzählen nicht nur eine einfache Geschichte, sondern gelten als neuer Standard über Axa Arag hinaus.

 

Fazit: Elegant profitabel wachsen heisst nicht «more of the same»

Das Beispiel zeigt: Profitables Wachstum durch Cross- und Upselling und eine höhere Zahlungsbereitschaft entsteht nicht durch aggressive Verkaufstaktiken, sondern durch ein tiefes Verständnis für wahren Kundenwert und Kundennutzen. Schärfen Sie Ihre Zielgruppe, beherrschen Sie die Klaviatur von Basis- und Alleinstellungsmerkmalen und befähigen Sie Ihre Organisation, dieses Versprechen zu halten. So schaffen Sie einen Wettbewerbsvorteil, der sich direkt in der Erfolgsrechnung niederschlägt.

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Gerne bespreche ich Ihre Fragestellungen mit Ihnen persönlich.
Leistungen
Experte
Sandro Ruberti
Faktenbasierte Kundenstrategie definieren

Versuchen Sie mal eine sinnvolle Kundenstrategie für Krankenversicherungen für 35-50 jährige Männer zu machen!

Einen nachhaltig höheren Kundenwert erreichen Sie nur, wenn Sie Ihre Kundinnen und Kunden genau kennen und auch wissen, wie Ihre Firma für sie ein optimaler Partner wird.

Ein tiefgreifendes Verständnis der Beweggründe, Einstellungen, Erwartungen und des Verhaltens der anvisierten Kunden ist zentral für den Erfolg von Kundenstrategien – und diese dann auf die Realitäten Ihres Unternehmens und des Marktes abzustimmen ebenfalls.

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Experte
Sandro Ruberti
Einzigartige Value Proposition gestalten

Für dauerhaft höheren Kundenwert brauchen Kundinnen und Kunden dauerhaft hohen Mehrwert. Um sich im Markt abzuheben, muss das Angebot eines Unternehmens die Bedürfnisse der Kunden abdecken und differenzierend sein. Solche Value Propositions verlangen ein faktenbasiertes Vorgehen unter Einbezug von Kunden und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen in der Organisation. Das führt zu mehr Cross- und Upselling, höherer Loyalität und mehr Neukunden.

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Experte
Sandro Ruberti
Attraktive Customer Experience ermöglichen

Dauerhaft wertvolle Kundenbeziehungen verlangen nach guten Kundenerlebnissen. Diese entstehen nicht durch die Neugestaltung von Prozessen aus der Innensicht. Die Orchestrierung auf Basis von Bedürfnissen, Motiven und Erwartungen der Kundschaft ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Resultat unserer Projekte: Höhere Zahlungsbereitschaft, höhere Loyalität, mehr Self-Service.

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Experte
Sandro Ruberti
Kundenorientierung nachhaltig verankern

Wertvolle Kundenbeziehungen setzen voraus, dass ein Unternehmen Kunden konsequent und langfristig im Fokus halten kann.

Erfolgreich gelebte Kundenorientierung ist also nicht Resultat eines einzelnen Projekts, kein Set von Werkzeugen oder Methoden und schon gar keine Messgrösse. Es ist eine Haltung, die übergreifend verankert und gelebt wird und die es Ihnen ermöglicht, tragfähige Beziehungen mit Ihren Kunden zu etablieren.

 

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Referenzen
Suva Portrait
Andreas Unternährer
Leiter Customer Experience Management, Suva
Versicherungen
Suva: Verankerung von Kundenorientierung

Innerhalb von 5 Jahren hat Suva zusammen mit Stimmt AG «Customer Experience Management» in der Organisation weitgehend etabliert. Das Resultat: Bessere Prozesse und Angebote, eine kundenzentrierte Denkweise im Hauptsitz und ganz viele Ambassadoren.

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Weitere Kunden aus dem Bereich

Axa / Allianz / CSS / ERV / Generali / Groupe Mutuel / Helvetia / GVB / Helsana / Mobiliar / ÖKK / Sanitas / SWICA / Swiss Life / Swiss Re / Zurich / Sympany

Portrait von Conrad Sandro
Sandro Conrad
Leiter Vertriebs- und Kanalmanagement, Graubündner Kantonalbank
Banken
Graubündner Kantonalbank: Steigerung des Share of Wallet durch Kundenfokus

Deutlich höherer Anlageertrag für die Bank, effizientere und persönlichere Ansprache durch Marketing Automation, mehr Zeit für tiefgreifende Kundenbetreuung in Gesprächen und höhere Weiterempfehlungsrate.

Dies alles durch ein datenbasiertes, systematisches Vorgehen, das konsequent Kundenmotive und -bedürfnisse in den Fokus gesetzt hat.

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Weitere Kunden aus dem Bereich

AKB / Bank Cler / Bank Thalwil / BLKB / Julius Bär / LLB / LUKB / Migros Bank / Postfinance / Raiffeisen / SGKB / SHKB / UBS / VP Bank / VISECA / ZKB

Patrick Meier
CEO, Belcolor AG Flooring
Bau und Industrie
Belcolor: Transformation vom Händler zum Dienstleister

Verdrängungskampf auf dem preis-getriebenen Markt ist eine Herausforderung. Differenzierung kann nur mittels bedürfnisorientierter Angebote erreicht werden.

Belcolor kann sich heute durch höheren Kundennutzen stärker gegenüber der Konkurrenz differenzieren und erschliesst sich neue Wachstumsfelder.

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Weitere Kunden aus dem Bereich

4B / AS Aufzüge / Bachofen / Hawa / Helion / Schindler / Stobag

Sven Goebel
Sven Goebel
Leiter Entwicklung BGM, Gesundheitsförderung Schweiz
Weitere Branchen
Gesundheitsförderung Schweiz: Neues Angebot zur Stärkung des Wohlbefindens bei Schweizer KMU

Was wir erreicht haben: Zwei Angebote, die perfekt auf die Bedürfnisse und die Sprache der Zielgruppe abgestimmt sind und von KMUs fleissig genutzt werden und die Verankerung kundenzentrierter Methoden bei Gesundheitsförderung Schweiz.

Das ist gar nicht so trivial, denn die Bedürfnisse und der Wissensstand von KMU in Bezug auf mentales Wohlbefinden sind zwar zentral für den Erfolg eines neuen Angebots aber auch schwer zu fassen. Systematisch und mit vielen Interviews und Prototypes haben wir das Thema ergründet und erfolgreich im Markt lanciert.

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Weitere Kunden aus dem Bereich

1&1 Telecom / S-GE / Beobachter / Coop / EKZ / EWZ / Vodafone / IWB / Holtzbrinck Gruppe / NZZ / Migros Genossenschaftsbund / Roche Pharma / Schweizerische Bundesverwaltung / SBB / SRG SSR / Schweiz Tourismus / Swiss / Swisscom

Wissen
Über uns
Wir sind Experten für wertvolle Kundenbeziehungen seit 1998.
Teil des Teams werden? Wir freuen uns über dein Interesse! Melde dich vor einer Initiativbewerbung gerne bei Carine Andrey Marek.
+41 79 420 21 05 E-mail
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Kontakt
Stimmt AG
Beethovenstrasse 48
8002 Zürich
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Wir haben jeden zweiten Freitag ab 12:15 Uhr ein Get Together zum Networken.
Melden Sie sich zum Lunch an, wir freuen uns!